Einführung
Das Mieten oder Kaufen fertiger Server ist eine sichere Wahl, insbesondere für kleine Unternehmen. Der Eigenbau eines Servers ist jedoch eine sinnvolle Option, die Unternehmensabläufe optimieren, internes Know-how fördern und langfristig Kosten sparen kann. Erfahren Sie, wie Sie einen Server zusammenbauen und die passenden Hardware- und Softwarekomponenten auswählen, um Ihre Kosten im Griff zu behalten.
Welche Empfangsoptionen stehen dem Server zur Verfügung?
- Leasing: Die monatliche oder jährliche Gebühr für die Servernutzung ist die bevorzugte Lösung für Unternehmen, die sich auf kurzfristige Projekte konzentrieren oder hohe Vorabinvestitionen vermeiden möchten. Serverlösungen bieten ein ähnliches Modell, bei dem Unternehmen basierend auf der Servernutzung und den ausgewählten Diensten bezahlen.
- Kauf: Der Kauf und Besitz eines Servers kann langfristig ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bieten, erfordert jedoch eine erhebliche Anfangsinvestition.
- Aufbau: Um einen Server zu bauen, müssen Sie einzelne Komponenten kaufen, den Server zusammenbauen und die notwendige Software installieren. Die Anpassung, der Besitz und die Wartung eines Servers können ressourcenintensiv sein, eignen sich aber gut für langfristige Projekte und den Wissensaufbau innerhalb des Unternehmens.
Wichtige Faktoren beim Bau eines Servers
Bei der Auswahl eines Servers sind verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Die folgende Liste enthält einige der wichtigsten Punkte.
- Budgetbeschränkungen: Unternehmen, die hohe Anfangskosten befürchten, sollten die Anmietung eines Servers in Betracht ziehen. Der Kauf oder Eigenbau eines Servers kann langfristig kostengünstiger sein.
- Internes technisches Know-how: Der Serverbau ist eine hervorragende Option für Unternehmen, die über technisches Know-how verfügen oder in ihre Mitarbeiter investieren und Fachwissen von Grund auf aufbauen möchten.
- Kontrollmöglichkeiten über die Netzwerkinfrastruktur: Der Bau oder Kauf von Servern gibt Unternehmen mehr Kontrolle über ihre Infrastruktur und ist eine solide Option für langfristige Projekte.
- Anforderungen an die Skalierbarkeit: Unternehmen, die Server schnell bereitstellen und wieder entfernen müssen, sehen in der Serververmietung oft die beste Lösung.
- Geografische Verteilung: Unternehmen, die planen, Kunden weltweit zu bedienen und sich Sorgen um die Latenz machen, könnten den Bau oder Kauf von Servern aufgrund begrenzter geografischer Entfernungen als umständlich empfinden.
- Spezielle Hardware- oder Softwareanforderungen: Der Kauf oder Bau eines Servers ist eine sinnvolle Option für Unternehmen, die spezielle Hardwarekonfigurationen benötigen.
Aufbau eines dedizierten Servers von Grund auf
Folgen Sie diesen Schritten, um einen dedizierten Server von Grund auf neu zu erstellen:
- Verstehen und notieren Sie Ihre Serveranforderungen.
- Besorgen Sie sich hochwertige Hardware, die den Anforderungen des Servers gerecht wird.
- Recherchieren Sie gründlich und wählen Sie die benötigte Software aus.
- Die Komponenten zusammenbauen und die ausgewählte Software installieren.
Anforderungen
Überlegen Sie, welche Aufgaben der Server erfüllen soll. Webhosting-, Datenspeicher-, Gaming- oder Virtualisierungsserver benötigen unterschiedliche Hardware-Spezifikationen und Softwarelösungen. Erstellen Sie eine Liste der Ressourcen und Anwendungen und notieren Sie die geschätzte Anzahl der Benutzer, die der Server bedienen muss. Um Lastschwankungen auszugleichen, empfiehlt es sich, die berechneten Systemressourcen um 151 TP3T zu erhöhen. Nutzen Sie die folgende Liste als allgemeine Richtlinie:
- Anforderungen an die Arbeitslast: Ermitteln Sie, welche Art von Arbeitslast der Server voraussichtlich bewältigen muss, und berechnen Sie, wie viel Rechenleistung dafür erforderlich ist.
- Speicheranforderungen: Neben der benötigten Speicherkapazität ist die Geschwindigkeit des Datenzugriffs ebenso wichtig. Benötigen Anwendungen schnellen Datenzugriff, sollten SSDs eingesetzt werden; muss der Server hingegen nur große Datenmengen speichern und verwalten, reichen HDDs aus.
- Netzwerkanforderungen: Wenn der Server große Datenmengen verarbeiten und eine geringe Latenz aufrechterhalten muss, wie beispielsweise ein Gaming-Server, ist die Investition in leistungsstarke Hardware unerlässlich.
- Skalierbarkeit: Manche Unternehmen verzeichnen zu bestimmten Tageszeiten oder saisonalen Schwankungen einen deutlichen Anstieg des Datenverkehrs. Beispielsweise müssen E-Commerce-Websites häufig während Feiertagen wie Weihnachten große Besucherspitzen bewältigen. Um diesem Anstieg gerecht zu werden, müssen Unternehmen ihre Serverkapazitäten schnell skalieren können. Beim Serveraufbau ist es daher unerlässlich, zukünftige Anforderungen zu berücksichtigen und Platz für mögliche Hardware-Upgrades einzuplanen.
- Redundanz: Wenn Ihr Server wertvolle oder sensible Daten verarbeitet, müssen Sie ihn vor Stromausfällen, physischen Schäden oder potenziellen Angriffen schützen. Sie benötigen möglicherweise redundante Netzteile, Backup- und Wiederherstellungslösungen oder spezielle RAID-Konfigurationen, um Ihre Daten zu schützen.
Hardware
- CPU: Die zentrale Komponente eines Servers zur Verarbeitung verschiedener Anfragen des Betriebssystems und der Anwendungen. Prozessoren für Endverbraucher, wie Intel Core oder AMD Ryzen, eignen sich für kleinere Server mit geringer Auslastung. Diese CPUs bieten ein gutes Verhältnis von Kosten und Leistung und können Aufgaben wie Webhosting, einfache Dateibereitstellung oder leichte Virtualisierung bewältigen. Serverprozessoren, wie Intel Xeon oder AMD EPYC, sind zwar teurer, aber eine zuverlässigere Option für Unternehmen, die kritische Anwendungen verarbeiten und mehr Flexibilität benötigen.
- Arbeitsspeicher (RAM): Er dient der temporären Datenspeicherung und ermöglicht der Server-CPU einen deutlich schnelleren Datenzugriff als eine Festplatte oder SSD. Mehr RAM ermöglicht dem Server, mehrere Aufgaben gleichzeitig und ohne Leistungseinbußen auszuführen. Die Mindestanforderung an RAM für die meisten Server beträgt 16 GB. Datenbankserver oder virtuelle Maschinen verarbeiten große Datenmengen für viele Clients und benötigen daher 64 bis 128 GB RAM oder sogar mehr.
- Speichermedien: Festplatten werden in Servern als Speichermedien eingesetzt, unterscheiden sich jedoch in Kosten, Leistung, Verarbeitungsqualität und Lebensdauer. Festplatten sind pro Gigabyte günstiger als SSDs, doch die höhere Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit von SSDs rechtfertigen oft den höheren Preis. Diese Eigenschaften sind besonders wichtig für Systeme, die auf häufig abgerufene Daten angewiesen sind, wie beispielsweise Server. Viele Server verwenden SSDs für das Betriebssystem und stark frequentierte Anwendungen, während Festplatten für Massenspeicher und Redundanzlösungen genutzt werden.
- Hauptplatine: Die Hauptplatine ermöglicht die Kommunikation zwischen allen Serverkomponenten. Jede Serverkomponente, wie z. B. CPU, RAM, Speichergeräte und Erweiterungskarten, befindet sich entweder auf der Hauptplatine oder ist mit ihr verbunden. Stellen Sie sicher, dass die Hauptplatine mit der gewählten CPU kompatibel ist, überprüfen Sie die Anzahl der RAM-Steckplätze und die maximale RAM-Kapazität und prüfen Sie, ob genügend SATA-/PCIe-/M.2-Steckplätze für Ihre Speicheranforderungen vorhanden sind.
- Netzwerkkarte (NIC): Eine Hardwarekomponente, die es einem Server ermöglicht, sich mit einem Netzwerk zu verbinden. Motherboards verfügen üblicherweise über integrierte Gigabit-NICs. Server, die einen hohen Datendurchsatz und geringe Latenz benötigen, müssen gegebenenfalls auf eine größere 10-Gigabit-NIC aufgerüstet werden. Die Hauptfunktion einer NIC besteht darin, Datenpakete über ein Netzwerk zu senden und zu empfangen. Sie wandelt Daten vom Computerbus in ein für das Netzwerkmedium (z. B. Ethernet) geeignetes Format um und umgekehrt.
- Netzteil: Es wandelt elektrische Energie aus einer Quelle (üblicherweise einer Steckdose) in die korrekte Spannung und Stromstärke um, um die Systemkomponenten zu versorgen. Stellen Sie sicher, dass das Netzteil genügend Leistung für alle Komponenten liefert. Wählen Sie beim Bau oder der Aufrüstung eines Servers ein zuverlässiges Netzteil mit der richtigen Dimensionierung. Das Netzteil sollte unter Last einen Wirkungsgrad von mindestens 80 Prozent aufweisen. Ein minderwertiges oder unzureichendes Netzteil kann zu Systeminstabilität, verkürzter Lebensdauer der Komponenten oder sogar zu Schäden führen.
- Kühllösungen: Server erzeugen aufgrund ihrer leistungsstarken und kompakten Komponenten erhebliche Wärmemengen. Kühler sorgen dafür, dass die Serverkomponenten in sicheren Temperaturbereichen bleiben, optimale Leistung erhalten bleibt und die Lebensdauer der Geräte verlängert wird. Standardkühler sind für einfache Server oft ausreichend, für Hochleistungskonfigurationen empfiehlt sich jedoch der Einsatz teurerer Nachrüstkühler oder einer Flüssigkeitskühlung. Darüber hinaus müssen Serverräume gut gekühlt und belüftet sein, um die Wärme effektiv abzuführen.
- Gehäuse: Das physische Gehäuse, das die Serverkomponenten enthält. Flache, breite Rackmount-Gehäuse sind in Rechenzentren üblich. Alternativ kann ein Tower-Servergehäuse verwendet werden, das einem Standard-PC-Tower ähnelt, aber für Serverkomponenten optimiert ist. Diese eignen sich für Unternehmen oder Umgebungen, in denen keine Rackmount-Infrastruktur erforderlich ist. Achten Sie darauf, dass das gewählte Gehäuse alle Ihre Komponenten aufnehmen kann und eine gute Belüftung gewährleistet ist.
Software
Ein Serverbetriebssystem ermöglicht Servern die Ausführung essenzieller Prozesse und Funktionen und ist Voraussetzung für die Installation weiterer Software. Wählen Sie ein Betriebssystem, das Ihren spezifischen Anforderungen, dem Servertyp und der Einsatzumgebung des Servers entspricht.
- Linux (Ubuntu Server): Das beliebteste Open-Source-Serverbetriebssystem, das hauptsächlich für Web-, Anwendungs- und Datenbankserver verwendet wird.
- Windows Server: Windows Server ist eine Suite von Microsoft-Serverbetriebssystemen, die sich problemlos in andere Microsoft-Produkte integrieren lassen. Es wird häufig zum Hosten von Geschäftsanwendungen und Microsoft Active Directory verwendet.
- RHEL: Eine auf Unternehmen ausgerichtete Linux-Distribution mit umfassendem Support und Zertifizierung. Sie wird hauptsächlich für Unternehmensanwendungen und Datenbankserver eingesetzt.
- FreeBSD: Ein fortschrittliches Betriebssystem für moderne Server, Desktop-PCs und eingebettete Computerplattformen, das für Webserver, Netzwerke und Speichersysteme verwendet wird.
- pfSense: Eine kostenlose Netzwerk-Firewall-Distribution auf Basis von FreeBSD, die primär für Firewall-Server und Router gedacht ist.
Montage und Installation
Server haben viele Komponenten mit PCs gemeinsam, daher ähnelt ihr Zusammenbau dem eines herkömmlichen PCs. Falls Sie wenig Erfahrung im Zusammenbau von Serverkomponenten haben, beachten Sie folgende Tipps:
- Recherchieren Sie zunächst: Konsultieren Sie Anleitungen oder Videos, die speziell auf Ihre Serverkomponenten zugeschnitten sind. Befolgen Sie die Anweisungen des jeweiligen Komponentenherstellers sorgfältig.
- Beachten Sie die Sicherheitsmaßnahmen: Verwenden Sie antistatische Oberflächen und Hilfsmittel, wie z. B. ein antistatisches Armband, um Schäden durch statische Elektrizität zu vermeiden.
- Vorsichtiger Umgang: Komponenten wie RAM und CPU sollten nur an den Kanten angefasst werden, um Beschädigungen und Verunreinigungen zu vermeiden.
- Achten Sie auf die korrekte Ausrichtung: Die Aussparungen der Bauteile müssen übereinstimmen und die Klammern fest sitzen. Falls etwas nicht passt, überprüfen Sie die Ausrichtung, anstatt es mit Gewalt zu befestigen.
- Erster Starttest: Bevor Sie das Betriebssystem installieren, starten Sie das System, um zu überprüfen, ob alle Komponenten im BIOS/UEFI erkannt werden. Achten Sie auf typische Startgeräusche, Lüftergeräusche und Pieptöne des Mainboards, die einen erfolgreichen POST anzeigen.
- Softwareinstallation: Installieren Sie das gewünschte Betriebssystem und die Serversoftware. Konfigurieren Sie jede Komponente entsprechend ihrer Serverrolle.
- Vergessen Sie nicht die Sicherheit: Implementieren Sie Sicherheitsmaßnahmen, Firewalls und Überwachungstools.
Ergebnis
Dieser Leitfaden hat Ihnen gezeigt, wie Sie einen Server aufbauen, Ihren Serverbedarf ermitteln und die passenden Hardware- und Softwarekomponenten auswählen. Der Aufbau eines Servers ist jedoch nur der erste Schritt zur Verwaltung Ihrer Infrastruktur. Sie benötigen eine durchdachte Strategie und Sicherheitsrichtlinien, die alle potenziellen Risiken berücksichtigen.









