Einführung
Die Installation von Oracle VM VirtualBox ist zwar einfach, die Einrichtung einer virtuellen Maschine kann jedoch für unerfahrene Benutzer schwierig sein. Wir führen Sie durch die einzelnen Schritte beider Vorgänge.
VirtualBox installieren
- Gehen Sie zu www.virtualbox.org.
- Klicken Sie auf den großen blauen Button „VirtualBox herunterladen“ in der Mitte der Seite.
- Wählen Sie das Plattformpaket entsprechend Ihrem Host-Betriebssystem aus. Die VirtualBox-Installationsdatei wird heruntergeladen.
- Sobald der Download abgeschlossen ist, öffnen Sie die Setup-Datei und folgen Sie den Anweisungen auf dem Bildschirm.
- Sobald VirtualBox auf Ihrem Computer installiert ist, öffnen Sie das Programm. Sie können nun eine virtuelle Maschine erstellen.
Erstellen einer virtuellen Maschine
- Die Installation eines Betriebssystems auf einer virtuellen Maschine ähnelt der Installation auf einem herkömmlichen Computer. Zunächst benötigen Sie die Installations-CD oder das Image des gewünschten Betriebssystems.
- Klicken Sie auf „Neu“, um das Fenster „Erstellung einer virtuellen Maschine“ in VirtualBox zu öffnen.
- Geben Sie Ihrer neuen virtuellen Maschine einen Namen und wählen Sie im Menü „Typ“ und „Version“ das zu installierende Betriebssystem aus.
- Als Nächstes müssen Sie die RAM-Menge festlegen, die vom Hostsystem dem Gastsystem zugewiesen wird (30 GB). Die empfohlene Mindest-RAM-Menge wird während der Einrichtung automatisch ausgewählt. Sie können diesen Wert jedoch bei Bedarf ändern. Zwar ist es möglich, die RAM-Menge des Hostsystems physisch zu erhöhen, dies wird jedoch nicht empfohlen, da im laufenden Betrieb kein RAM mehr für das Hostsystem zur Verfügung steht.
- Wählen Sie eine virtuelle Festplatte aus, klicken Sie auf „Erstellen“ und folgen Sie den Anweisungen auf dem Bildschirm. Das Gastsystem verwendet die virtuelle Festplatte zur Installation des Betriebssystems und weiterer Anwendungen. Stellen Sie sicher, dass Sie der virtuellen Festplatte ausreichend Speicherplatz zuweisen. Das gängigste Format für virtuelle Festplatten ist VirtualBox Disk Image (VDI).
- Nach der Konfiguration der Parameter der virtuellen Maschine schließt sich das Programm automatisch und Sie gelangen zurück zur VirtualBox-Hauptoberfläche. Ihre neue Gastmaschine wird nun im Menü auf der linken Seite angezeigt. Doppelklicken Sie darauf und führen Sie einen der folgenden Schritte aus:
- Wenn Sie eine CD/DVD verwenden, um Ihr Betriebssystem auf der virtuellen Maschine zu installieren, legen Sie die CD/DVD in das CD/DVD-Laufwerk des Host-Computers ein, klicken Sie dann auf das Dropdown-Menü „Host-Laufwerk“ und wählen Sie den Laufwerksbuchstaben für die CD/DVD aus.
- Wenn Sie Ihr Betriebssystem von einer Image-Datei installieren, verwenden Sie das Ordnersymbol, um die Datei im entsprechenden Verzeichnis des Host-Rechners abzulegen und sie auszuführen.
- Klicken Sie nun auf die Schaltfläche „Start“. VirtualBox beginnt anschließend mit dem Einlesen der Festplatte oder der Betriebssystemabbilddatei.
- Installieren Sie das Betriebssystem und starten Sie die virtuelle Maschine. Sie können Ihre virtuelle Maschine jederzeit starten, indem Sie auf Ihrem Hostsystem die VirtualBox-Startseite aufrufen und im Menü auf der linken Seite auf deren Namen doppelklicken.
Die 5 häufigsten Anwendungsfälle für VirtualBox
1. Ausführen eines beliebigen Betriebssystems:
VirtualBox lässt sich zwar nur auf kompatiblen Betriebssystemen installieren, kann aber jedes beliebige Betriebssystem ausführen, sofern der Hostrechner über die erforderlichen Ressourcen verfügt. Dadurch können Benutzer Anwendungen nutzen, die eigentlich für bestimmte Betriebssysteme gedacht sind, selbst wenn auf ihrem Hostrechner ein anderes Betriebssystem installiert ist. VirtualBox ermöglicht es außerdem, die Art der virtuellen Hardware für jedes Gastbetriebssystem festzulegen. So können Benutzer ältere Betriebssysteme wie OS/2 oder DOS installieren, selbst wenn die Hardware des Hostsystems nicht kompatibel ist. Schließlich können Benutzer mit VirtualBox auch mehrere Betriebssysteme gleichzeitig ausführen. Dies ist für viele Anwendungen nützlich, von denen wir einige im Folgenden näher betrachten werden.
2. Installieren Sie die Software ganz einfach:
Anbieter können virtuelle Maschinen nutzen, um Nutzern sofort einsatzbereite Softwarekonfigurationen bereitzustellen. Beispielsweise ist die Installation und Konfiguration eines E-Mail-Servers auf einem herkömmlichen Rechner ein langwieriger und komplexer Prozess. VirtualBox ermöglicht es Softwareanbietern, komplexe Konfigurationen (sogenannte Appliances) vorzubereiten und in virtuellen Maschinen zu verpacken. Dadurch entfällt der gesamte Aufwand für die Einrichtung eines E-Mail-Servers; die Installation wird so einfach wie das Importieren und Ausführen der virtuellen Maschine in VirtualBox.
3. Gewährleistung von Redundanz und hoher Sicherheit:
Eine virtuelle Maschine ist im Wesentlichen ein Container, der aktiviert, eingefroren, gesichert, kopiert und zwischen Hostsystemen verschoben werden kann. Wie bereits erwähnt, ermöglicht die Snapshot-Funktion von VirtualBox das Speichern des Zustands jeder virtuellen Maschine und deren Wiederherstellung bei Bedarf. So können Benutzer nach Bedarf in einer virtuellen Umgebung experimentieren. Snapshots eliminieren aufwendige Sicherungs- und Wiederherstellungsprozesse, ohne die Redundanz zu beeinträchtigen. Dadurch lassen sich kritische Probleme, wie beispielsweise fehlerhaft installierte Software oder ein mit einem Virus infiziertes Gastsystem, einfach beheben. Benutzer können beliebig viele Snapshots erstellen, sofern das Hostsystem über ausreichend Speicherplatz verfügt. Einer der Hauptvorteile virtueller Maschinen ist ihre sicherheitstechnische Isolation. Dies ermöglicht Softwaretestern, Sicherheitsexperten und anderen Benutzern, Risiken einzugehen, die sie auf ihrem Hostsystem normalerweise scheuen würden. Beispielsweise können Benutzer eine Firewall testen, indem sie sie den neuesten Cybersicherheitsbedrohungen aussetzen, ohne das Hostsystem zu gefährden.
4. Multiplattform-Softwareentwicklung:
Virtuelle Maschinen vereinfachen die Softwareentwicklung und Testabläufe plattformübergreifend. So lässt sich beispielsweise eine Anwendung mit Versionen für Mobilgeräte und Desktop-Computer mithilfe von VirtualBox auf einem einzigen System entwickeln. Dadurch entfällt das Übertragen von Installationsdateien zwischen Testgeräten. Virtualisierung ermöglicht es Nutzern außerdem, verschiedene Arten von ausführbaren Dateien zu kompilieren. Selbst in einer Multiplattform-Umgebung benötigen Nutzer häufig macOS zum Kompilieren von APP-Dateien und Windows zum Kompilieren von EXE-Dateien. Dies lässt sich mit VirtualBox problemlos auf demselben System realisieren, ohne dass für jeden Build ein Dual-Boot erforderlich ist.
5. Reduzierung der Infrastrukturkosten:
Moderne, leistungsstarke Computer nutzen nur einen Bruchteil ihrer Rechenleistung für einfache Systemlasten. Daher kann der großflächige Einsatz von VirtualBox in einem Unternehmensumfeld mit einem entsprechenden Anwendungsfall die Infrastrukturkosten deutlich senken. Für softwarebasierte Prozesse, die nur wenige Hardware-Ressourcen benötigen, ist es kostengünstiger, mehrere virtuelle Maschinen auf einer begrenzten Anzahl leistungsstarker Hosts bereitzustellen. Dies optimiert die Bandbreitennutzung und reduziert die Kosten für Mitarbeiter-Endgeräte.
Ergebnis
Virtuelle Maschinen erfreuen sich dank ihrer Effizienz und Flexibilität im Betrieb zunehmender Beliebtheit bei Privat- und Geschäftsanwendern. Der Einsatz von VirtualBox zur Bereitstellung virtueller Maschinen kann Infrastrukturkosten senken, Redundanz und Sicherheit verbessern, die plattformübergreifende Softwareentwicklung vereinfachen und die Remote-Bereitstellung von Softwarelösungen erleichtern.









